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Trailrunning: Hinteres Sonnwendjoch

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17.09.19
Waschlappenbreiter Pfad
Winni

Nachdem ich am Mauthäuschen 6,00 gezahlt habe und erfahre, dass der Bus aus Richtung Spitzingsee erst in einer halben Stunde kommen wird, erreiche ich auf der schmalen Straße nach 10km Valepp an der Grenze zu Tirol.

Ich parke am dahin sichenden Forsthaus Valepp, einst ein beliebter Treffpunkt für MTBler und Wanderer. Der Himmel ist verhangen, tief wabern die Wolken herab. Eine Wandergruppe macht sich auf den Weg. Wohin? Auf die Rotwand vielleicht, oder zu den Schindern? Ich sehe sie nicht mehr. Vielleicht kennen sie nicht den wohl schönsten Pfad hier weit und breit, den Fußweg zur Erzherzog-Johann-Klause entlang der Grundache. Zweimal war ich schon hier, von der anderen Seite kommend am Ende meiner beiden Touren auf den Österr. Schinder.

Heute ist diese Schlucht der Auftakt hinauf zum Hinteren Sonnwendjoch, mit 1986m der höchste Berg des Mangfallgebirges.

Hier die Runde auf outdooractive.de

Jeden Meter genießend laufe ich dahin, vorbei an leicht ausgesetzten aber versicherten Stellen, verliere mehr und mehr an Höhe und laufe das letzte Stück direkt neben dem Bachbett der Grundache. Nach 9km erreiche ich den Fahrtweg, der parallel zum Fußweg verläuft, biege links ab und orientiere mich in Richtung Ackernalm. Über diese Alm führt der Klassiker hinauf zum H.Sonnwendjoch. Ausgangspunkt ist das Ursprungstal, die Route ist relativ kurz.

Ich hoffe auf ein Schildchen Reichsteinalm, den von da aus beginnt für mich der lange Anstieg hinauf zur Bärenbadalm. Da taucht die gelbe Tafel schon auf, und wenig später – nach bisher 10km - erreiche ich drei Almhäuschen. Auch hier eine Wandertafel. Sie zeigt nach links den Berg hinauf. Erst deutlich, dann nur noch einen Pfad erahnend, folge ich diesen nach links und lande im Irgendwo. Auch nach rechts führt zunächst ein deutlicher Pfad, aber auch der … Ich schaue aufs Navi, steige fast nochmal zu den Hütten ab und beginne von vorne. Vertrackt die Wegführung. Sie geht einfach nur geradeaus nach oben. Alle 10m navigiere ich und lande endlich oben am Waldrand auf dem Pfad, der mich zur Bärenbadalm bringen wird.

Dieser Pfad, wie schon der unsichtbare über die Wiese, ist verschissen ohne Ende und wird bald holprig und bockig. Dafür kommt die Sonne heraus. Ich freue mich, endlich wieder auf Kurs zu sein, erreiche auf halbem Weg den Lahnboden und bald ein weiteres wegloses Gelände. Weiterhin mutterseelenallein unterwegs, was ich sehr genieße, geht es locker am Hang im Bergwald dahin - Momente des Innehaltens trotz Aktivität.

Dieses Unterwegssein auf einsamen Pfaden mit einem Ziel vor Augen und doch irgendwie ziellos im Flow, ist das, was mein Herz verwöhnt und mich glücklich macht. Ich kann es mir aus meinem Leben nicht mehr wegdenken.

Eine erste Hütte taucht auf, ein privates Chalet, wie es über der Tür heißt. Ich ziehe meine unterste Lage aus stärke mich und schaue hoch zum H. SWJ. Zahm die Berglandschaft. Ganz anders als seine rauhe Nordseite, wie ich sie von meiner Auerspitz-Miesing-Runde aus gesehen habe. Erstmal geht es auf einem Fahrweg weiter, vorbei am Kessel des Bärenjochs, bis links der Abzweiger auftaucht. Unschwer, teils über Holzstufen, geht es hoch zum Gipfel. Der Ausblick: überwältigend. Abgesichert durch eine niedrige Felsmauer gucke ich auf die Abbrüche und hinüber zur Rotwand. Schon der Aussicht wegen hat es sich gelohnt, hierher zu kommen.

Angedacht war, auch noch auf die Krenspitze zu gehen, heute aber muss der Blick auf den Nachbarn genügen. Ich stehe allein hier oben und sehe auch sonst keinen Menschen weit und breit. Keine gute Idee, am Nachmittag noch diese Passage zu wagen. Weil es windstill ist, verbummle ich eine halbe Stunde hier oben, stärke und erhole mich. Laut Beschreibung wartet ja noch ein schwieriger Pfad zum Ende hin. Auch wenn die lange Pause meinen Impetus lahm gelegt hat, komme ich langsam wieder in Schwung und laufe zurück zur Bäckeralm. Die erreiche ich nach bisher 19km.

Hinter der Alm beginnt ein Pfad, der zunächst leicht ansteigt und mich technisch herausfordert. Verblockt und wurzelig bleibt er auch, als es leicht bergab geht. Ab Kilometer 21 wird der Pfad schmal und ist mit Gras überwachsen. Auch wenn ich genau gucke, wo ich meine Füße aufsetze, fünf, sechsmal rutscht mein linker Fuß ab. Auch wenn das Gelände hier steil ist, gefährlich ist der Pfad nicht, der Baumbestand ist dicht. Das wiederum macht diese einsame Ecke hier wildromantisch. Nach zwei Kilometer ist auch dieses Stückchen geschafft und erreiche die Forststraße, die mich zurück nach Valepp bringt.

Alles in allem kannn ich diese 25km lange Runde mit 1639hm sehr empfehlen. Spannend von Anfang an, dann eine kleine Challenge nach der Reichsteinalm mit Aussicht auf fette Fladen aus den Hintern von fetten Kühen. Die Aussicht am Gipfel toll und der Downhill eine Herausforderung. Was will ein Trailrunner mehr?

Bis bald:
In the meantime: INSOMNIUM - Heart Like A Grave


 

Winni Mühlbauer - Trailrunning Hinteres Sonnwendjoch - 17.919



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