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Trailrunning - Birkenstein - Wendelstein

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18.12.21
Und dann war er weg ...
Winni

Nein, nicht der Trail. Den gab es von Anfang an nicht. Von Birkenstein aus auf den Wendelstein ist nicht gerade der Klassiker, entsprechend waren hier seit dem letzten Schneefall nur wenige Wanderer unterwegs. So wurde aus Trail ein durchpflügter Altschnee mit tiefen Spuren, und aus Running ein Gehatsche. Dennoch: endlich wieder Sonne und dank leichtem Südwind angenehme Milde am späten Nachmittag. Die Planung allerdings war allerletzte Sahne; bin viel zu spät los, wohl, weil ich noch den Herbst im Kopf hatte.

Der Nebel lichtete sich erst, als ich in Birkenstein die ersten 50 Höhenmeter hinter mir gelassen hatte. Dann ein Blau über mir, dass ich schon fast vergessen hatte. Der Forstweg teils trocken, teils mit Schneeteppich, endet nach 2,5km, wo mich links ein hübsch steiler Steig im Bergwald weiter nach oben bringt.

Nach 3km spuckt mich der Wald aus, durch ein romantisches Naturtor, wo einem die Sonne zu einer anderen Jahreszeit ins Gesicht springt und blendet – so wie Ende Februar 21, wo ich auch schon hier unterwegs war.

Vor mir die lange Traverse, die schnurstracks auf den Wendelstein zu führt, teilweise trocken, meist aber verschneit. Wieder tiefe Spuren. Man gewöhnt sich daran. Hüpft von einer zur anderen wie ein kleines Kind. Doch dann: Schlurpfff! Matschepampe frisst Schuh und gibt ihn nicht mehr her. Ich ziehe meinen patschnassen Fuß aus dem Loch, greife in den Matsch und bekomme den Schuh nicht zu greifen. Eingekeilt in einer eisigen Schicht rührt er sich nicht vom Fleck. Mit der Hand bekomme ich das Eis nicht weg.

Mit meinem Stock hacke ich um das Loch kleinere Stücke weg, bekomme den Schuh zu greifen und ziehe. Nichts. Festgefressen. Weiter gehackt. Und noch weiter. Viel weiter. Wertvolle Zeit verrinnt. Aber mit nur einem Schuh weiter wäre eine schlechte Option. Wieder packe ich den Schuh, jetzt hinten unter der Ferse. Endlich lässt er sich, wenn auch schwer, herausziehen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Trailschuh mit Schokoüberzug. Erst Matsch und Wasser ausgekippt, dann die Einlegesohle raus und gereinigt. An meiner Hose. Mit den Fingern und Nägeln den Rest raus gekratzt. Eine Tüte Gummibärchen geöffnet, für die Nerven. Zum Glück habe ich meine wind- und wasserdichten Socken an, ab heute mit dem Siegel: Matschgeprüft. Ich schlupfe wieder rein in den Schuh und bin ab jetzt links mit Käpt’n iglo unterwegs.

Dachte ich noch, im Bergwald vor mir wird es besser mit dem Schnee, wurde ich eines Besseren belehrt. Dafür Wintermärchen. Ich folge weiterhin den Spuren, einen Pfad von Schneeschuhgehern gibt es auch hier nicht.

Schritt für Schritt nähere ich mich dem Wendelstein; die Zeit allerdings war schneller als ich und ist mir davongelaufen.

Oberhalb der Bocksteinscharte erreiche ist das Ende des Bocksteinlifts, orientiere mich nach links und treffe zwei Wanderer. Endlich ein paar Fotos von mir. Dann noch ein kurzes Stück zu den Wandertafeln. Zwanzig Minuten bis zum Wendelsteinhaus. Es dämmert schon fast. Ich passe. Wer den steilen, direkten Aufstieg kennt, zuletzt über eine Holzbohlentreppe, weiß warum. Hier in der Dämmerung runter bei Eis und Schnee ist unlustig.

Zurück geht es auf dem selben Weg, hin und wieder laufe ich – in der Stille und im immer schwächer werdenden Tageslicht, das Licht eines Tages, der mich trotz aller Anstrengung reich beschenkt hatte: glücklich und zufrieden erreiche ich den verschneiten Wirtschaftsweg und kann mich endlich am Ende meiner kurzen Runde warm laufen.

Bis bald
In the meantime: Tom Petty and the Heartbreakers - Angel Dream (No. 2)


 

Winni Mühlbauer - Trailrunning im Winter Von Birkenstein zum Wendelstein - 18.12.21



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