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Winter Trailrunning - Simetsberg

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6.2.21
Gelb liegt in der Luft
Winni

Gegen Mittag fahre ich von Kochel aus die Kesselbergstraße hoch. Auch heute: Links und rechts Auto hinter Auto am Straßenrand. Der Parkplatz an der Herzogstandbahn wegen Überfüllung geschlossen. Ich fahre weiter nach Einsiedel. Dort noch genügend Stellplätze, größtenteils kostenfrei. Dafür eine einzige Eisfläche, wie am 30.12.2016 auch schon.

Warum auf den Simetsberg? Derzeitige Lawinenwarnstufe ist 2, von 4. Dennoch passieren wohl die meisten Unfälle bei Stufe 2, da man sich in Sicherheit wiegt. Der breite Bergrücken unterhalb des Gipfel ist relativ flach, die Lawinengefahr entsprechend gering. Zudem – wenn das Wetter passt – ist die Aussicht am Kreuz phänomenal. Gegenüber der Herzogstand samt Grat hinüber zum Heimgarten. In südliche Richtung die Prominenz des Estergebirges. Der Blick hinunter zum Walchensee - alles super schön. Nur heute nicht. Gelb liegt in der Luft.

Da dieser Solitärberg auch bei Schneeschuhgängern beliebt ist, erhoffe ich mir einen locker flockigen Aufstieg. Enfsprechend euphorisch laufe ich gegen 13 Uhr los, den unten schon mit Schnee bedeckten Forstweg hinauf. Muss aufpassen: Tourenskigeher, jetzt hinunterdüsend, kommen mir entgegen, Snowboarder und ein paar Verrückte auf rasend schlitternden Schlitten. Auch viele Wanderer sind heute unterwegs, auf dem eher unbekannten Nachbarn des Heimgartens.

Das Laufen im Sulz ist kräftezehrend. Nach knapp 3km erreiche ich den ausgeschilderten Abzweiger hinein in den Wald. Der Pfad schlängelt sich steil hinauf und ist gut ausgetreten. Hier macht das Laufen wieder Spaß. In einer Lichtung erreiche ich einen steilen Hang, wo mir zunächst zwei Telemark-Skifahrer entgegen kommen, weiter oben dann Tourenskigeher, dazwischen Wanderer. Die einen rauf, die anderen runter. Richtig was los hier.

Weiter im tiefen Schnee geht es hinauf. Bald passiere ich die Simetsberger Diensthütte – für einige heute die Endstation. Ich ahne, warum. Ich gucke auf den breiten Bergrücken vor mir, erinnere nicht, wo der Gipfel ist, und sehe nirgends einen Hauch von einem gespurten Wintertrail.

Hier müssen Rindviecher unterwegs gewesen sein, anders kann ich mir es nicht erklären, warum der Schnee am Hang auf gesamter Fläche perforiert ist, wie eine Kuhweide im Sommer nach Regengüssen. Oben dann kommt jemand den Berg herunter. Über Kimme und Korn anvisiert – und dann direkt drauf zu. Wahllos tiefen Trittspuren folgend.

So wühle ich mich den Hang hinauf, komme ins Gespräch mit der jungen Damen in Begleitung eines Hundes und erfahre, dass sie ähnlich denkt wie ich: Sind Herzogstand und Heimgarten überlaufen, weichen viele auf den Simetsberg aus. Womöglich Menschen, die sich sonst auf Malle oder in Ischgl aufhalten und keine Ahnung davon haben, dass man den ersten Spuren folgt und dann einen Pfad trampelt.

Der Weg ist noch weit, der Schnee knietief, das Gewühle unter sandfarbigem Horizont geht weiter. Dann das Gipfelkreuz recht drüben. Der letzte Anstieg nochmal steil. Geschafft! Ich stehe auf dem schmalen Grat neben dem Kreuz und muss mich festhalten. Der Südwind bläst kräftig. Jetzt bloß den Mund zulassen, sonst knirscht es zwischen den Zähnen. Gegenüber der Grat, der den Herzogstand und Heimgarten verbindet, irgendwie unscharf. Auch der Blick rüber zum Estergebirge und hinunter zum Walchensee. Eigentlich schade, dann doch wieder mystisch. Ist halt wie’s ist, und wie’s ist, ist es gut.

Ich mache mich auf den Rückweg und treffe ein Wanderpärchen, dass vorhin noch unten an der Hütte saß. Ich rufe ihnen zu, dass sie zu den Guten gehören, weil sie nicht aufgegeben haben. Er meinte trocken, das wollten wir hören. Und sie freut sich auf den Prosecco am Gipfel. Ich empfehle, die Flasche fünf Minuten in den Wind zu halten, dann hat er die richtige Temperatur, und laufe weiter. Laufe drauflos, Schritt für Schritt durch tiefen Pulver, erreiche die Hütte, laufe weiter durch den Wald und bald den inzwischen teilweise vereisten Forstweg hinunter.

Mittlerweile ist es 16:30 Uhr und ich finde, perfektes Timing. Sind doch alle auf Skiern oder Schlitten schon unten, und ich muss mich nicht dauern umdrehen. Gegen 17 Uhr erreiche ich das Auto, einsam und verlassen. Auf nahezu freien Straßen geht es jetzt an diesem Samstag nach Hause. Die Läufe auf den Nachmittag zu legen, ist nicht schlecht.

Hier die kurze aber zähe Runde auf Brouter.de.

Bis bald.
In the meantime: Headstones - Leave it All Behind


 

Winni Mühlbauer - Wintertrailrunning Simetsberg - 6.2.21



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