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Trailrunning: Brünnstein-Runde

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18.11.20
Buß- und Bergtag
Winni Mühlbauer

Es dämmert. Ich fahre auf dem Sudelfeldpass in Richtung Bayrischzell. Am Straßenrand stehen noch zahlreiche Autos, auch die Parkplätze sind noch gut belegt. An diesem halben Feiertag haben viele Urlaub genommen und sind mit ihren Kindern in die Berge. Auch auf den Wendelstein, der immer noch von der Sonne beschienen wird.

Neidisch hatte ich aus dem Traitenkessel hierüber geguckt, denn leider war ich heute überwiegend im Schatten unterwegs, in einer sonst von der Sonne verwöhnten Bergwelt; mal stand der Kleine, mal der Große Traithen im Weg.
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Hier die Etappen meiner 17km langen und mit 1000hm unterfütterten Runde: Rosengasse (1085) – Schönau Alm (1225m) – Vogelsang – Traithenkessel (1500m) – Östl. Traithensattel 1555m) – Seeonam (1384m) – Brünnsteinhaus (1360m) – Seelacher Alm (1301m) – Baumoosalm (1264m) – Rosengasse. Hier auf www.brouter.de, und hier auf fatmap.com.
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Ein paar Kehren unterhalb des Berggasthofs Rosengasse parke ich auf einem kostenlosen Stellplatz, laufe los, passiere den Gasthof und erreiche den ersten Abzweiger. Links geht es in Richtung Brünnsteinhaus/Großer Traithen. Hier bin schon mal hoch, als ich im Juli 2019 über den Grat bin.

Heute laufe ich die Teerstraße weiter geradeaus in Richtung (Grafenherberg/Oberes Sudelfeld), wechsel bald auf einen Wanderweg und lande bei der Schönau Alm im Skigebiet Sudelfeld. Hier beginnt der Pfad, der mich in Richtung Vogelsang bringt (dort Anstieg zum Kleinen Traithen mit Kletterpassagen).

Ich biege zu früh auf einen nicht ausgeschilderten Pfad ab und lande im Nirwana. Schaue im Gehen auf mein Navi und zack, lande mit dem Fußgelenk im Stacheldraht. Kurze Wundversorgung und zurück. Noch ein ganzes Stück weiter nach oben. Der nächste Abzweiger. Ein Steinmännchen mit selbstgebasteltem Schild verrät mir, dass es hier links weg geht in Richtung Fellalm-Sattel. Noch ein kurzes Stück laufe ich in der Sonne. Die Traverse mit alpinem Anstrich unterhalb des Kleinen Traithen ist leider schattig und bringt mich zu einer Scharte. Unschwierig, eigentlich.

Fünf Damen kommen mir fluchend entgegen, zeigen mir ihre Wanderschuhe voller breiiger Konsistenz und wünschen mir viel Spaß. Werde ich haben. Ich packe meine Stöcke weg und mache einen auf Maikäfer. Mit vollgeschmierten Sohlen krabbel ich hoch, halte mich fest, wo es nur geht. Kurz vor Ende nochmal ein Schlammloch zum Suhlen. Ganz links hänge ich mich schräg unter Latschen und ziehe mich hoch. Dann die Belohnung: Sonne satt am Fellalm-Sattel (1636m).

Geradeaus ginge es auf den GT, rechts zum KT. Ich laufe links in der Sonne weiter, noch ist der Pfad trocken. Dann ist sie weg, die Sonne, für länger. Beim letzten Hiersein fand ich den wuchtigen Kessel malerisch. Heute, ohne Licht, verliert er an Glanz, seine Wiesen sind blass und farblos. Und der Pfad unter meinen Füßen wird zunehmen batziger. Der Grip meiner Schuhe ist dahin; ich greife wieder zu meinen Stöcken.

Ein Stacheldraht samt Übersteig kündigen das Ende des Almgeländes an. Ich erreiche den Anstieg zum Steinerjoch, der Trittsicherheit verlangt. In der Ferne vor mir taucht der Wilde Kaiser auf. Der Himmel makellos. Meine Richtung. Ein paar Kilometer weiter, und ich werde wieder in der Sonne laufen. Einen Gedanken daran, jetzt, wo es mich fröstelt, meine Windjacke anzuziehen, verschwende ich nicht. Da bin ich stur. Oder faul. Was habe ich schon gefroren, nur weil keine Lust hatte, meinen Rucksack abzunehmen! Andererseits verfolgt mich schon lange ein Gedanke: mal bei Schneetreiben mit nacktem Oberkörper ein Stück durch den Englischen Garten zu laufen, wie es vereinzelt andere machen. Thermogenese!

Vor mir eine Kante. Es wird steiler. Noch immer kein Grip. Einige Serpentinen liegen hinter mir, es wird flacher. Will Gas geben und rutsche weg. Bautz gemacht und mit der Hand abgefangen. Nehme die Hand weg und lasse mich sacken. Ein Geräusch, als wäre etwas gebrochen. Ein Knochen? Nö, nur Alu. Von jetzt an geht es mit einem Stock weiter. Hinter mir liegen 6km, vor mir ein Eisschrank. Der Seeon See mit seiner Alm liegt in einem Kälteloch. Der See ist gefroren. Es mag unter Null haben. Nach weiteren 2km hat das Frieren ein Ende. Ich erreiche den Wirtschaftsweg, der mich zum Brünnsteinhaus bringen wird. Ein sonnendurchflutetes Eck. Zwei junge Damen legen sich unterhalb der Himmelmoos Almen auf die trockene Wiese, ein Hund tollt herum. Der Wilde Kaiser ist noch ein Stück näher gerückt.

Für mich geht es weiter zum Brünnsteinhaus. Ein Tisch in der Sonnen ist noch frei. Ich mache Mittag und genieße den Ausblick. Der Brünnstein selbst ist ein Kletterberg. Mir gefällt er auch von unten. Mein Weiterweg führt über die Terrasse. Rechts hinunter geht es nach Buchau, ich nehme den Bankerl Steig. Der führt in großem Bogen um den Brünnstein herum, mal holprig, mal mit Tiefblick. Auf durchwegs guten Pfaden, die sich jedoch auch verlieren und dann gesucht werden müssen, geht es erst mal in Richtung Groß Alm und dann zur Seelachen Alm.

13Km waren es bis hier her, weitere 4km folgen. Nur langsam rückt der Wendelstein näher. Zuletzt geht es noch steil durch den Wald runter zum Berggasthof Rosengasse. Der ausklingende Teil für mich, die Coda sozusagen, ist die steile Teerstraße hinunter zu meinem Auto; auch hier ist es kalt. So kalt, dass ich mir den Quark für zu Hause aufhebe. Nicht aber den Einkehrschwung auf dem Nachhauseweg ins Winkelstüberl, um mich mit Apfelstrudel für mindestens ein halbes Jahr einzudecken.

Fazit: Vergleiche ich die heutige Runde mit meiner Tour vom Juli 2019 auf den Großen Traithen mit Überschreitung zum Steinerjoch und weiter den langen Abstieg über den Rücken hinunter in Richtung Brünnsteinhaus, dann ist die Variante oben herum eindeutig die bessere Wahl.

Bis bald:
In the meantime: Ensiferum - Rum, Women, Victory


 

Winni Mühlbauer - Trailrunning Brünnsteinrunde - 18.11.20



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