12.6.20 F(T)estlauf Winni
4 Wochen Laufpause. Muskelfaserriss. Aus heiterem Himmel. Oder war die 20er-Kettelbell doch zu schwer? Kein Fitness-Studio, kein Laufen. Wie schön ist doch die Welt mit Sport! ------------------------------------------------------------- Muskelfaserriss in der rechten Wade. Meine Herangehensweise:
1./2. Woche: - Aktivierung von Wachstumshormon - Wadenkompression 24/7 - TENS + Magnetfeldtherapie - Physio + Flossing - 1 Esslöffel Kollagen Hydrolysat Peptide - 100gr. Eiweiß
3. Woche (Proliferation) - Aktivierung von Wachstumshormon - TENS + Magnetfeldtherapie - Physio + Flossing - 2 Esslöffel Kollagen Hydrolysat Peptide - 120 gr. Eiweiß - Ende der Woche: Bergwanderung (Fockenstein über Sonnbichl)
4. Woche (Remodelierung) - Aktivierung von Wachstumshormon - TENS + Magnetfeldtherapie - Physio - 1 Esslöffel Kollagen Hydrolysat Peptide - 100gr. Eiweiß - 90 Minuten langsamer Dauerlauf --------------------------------------------------------------
Da nach Dauerlauf schmerzfrei, suchte ich zum Wiedereinstieg eine kurze Runde, schmökerte dazu in meinem Trailguide und fand: Rampoldplatte. 11Km/800hm. Normalerweise würde ich für eine kurze Strecke keine 65km fahren.
Ich recherchierte weiter und entdeckte die Hochsalwand, die über einen Rücken mit der Rampoldplatte verbunden ist. Bingo! Wenn die Wade die ersten 5km hält, kann es weitergehen.
Um 6:45 fahre los und lande eine Stunde später auf der knapp einspurigen Straße hinauf zum oberen Wanderparkplatz im Jenbachtal nahe Bad Feilnbach. Habe Glück und ergattere noch einen kostenfreien Parkplatz 10 Minuten unterhalb. Ein Auto nach dem anderen düst an mir vorbei nach oben. Mir graut jetzt schon vorm Runterfahren. Erstmal aber geht es hinauf.
Es ist Punkt 8 Uhr. Am Wanderparkplatz und auf dem Forstweg wuselt es jetzt schon. Der Tag soll sehr warm werden, keine Wolke am Himmel, auch keine Schwermetalle. Gleich nach der Brücke verdrücke ich mich auf einen schattigen Waldtrail entlang des Jenbachs. Ich wiesel und winde mich durch üppiges, hüfthohes und nasses Grün, lasse mich kühlen.
Viel zu schnell geht es wieder auf den Hauptweg in die Sonne. Am ersten Abzweiger halte ich mich links, laufe langsam die Serpentinen meines ersten Anstiegs hinauf und lande auf einer Kuppe mit tollem Panoramablick hinüber zum Breiten- und Wendelstein. Die Nordseite, wo ich im April noch durch den Schnee gestapft bin. Kann die Linie von hier aus gut sehen. Bald taucht vor mir die kleine Schuhbräualm (1139m) auf und ich frage mich, wohin mit all den Leuten, die heute noch vorbei kommen werden.
100hm weiter oben passiere ich die Rampoldalm, die im Mittelpunkt einer viel Friede und Harmonie ausstrahlenden Heimat-Doku über die Sennerin Martina stand: Raus aus der modernen Welt - Martinas Leben auf der Alm
Ihre Kälbchen und Kühe grasen zufrieden auf der Almwiese. Zufrieden bin auch ich und laufe weiter hoch zu meinem ersten Etappenziel. Immer wieder der Blick hinüber zur Hochsalwand. Da will ich hin! Unbedingt! Noch ein letzter Anstieg und kurz Hand angelegt, und schon stehe ich nach 5km auf der Rampoldplatte (1422m). Kein Mucks von meiner Wade. Kurze Pause, Wasser genuckelt und dann der Blick hinüber auf die Hochsalwand. Sieht spannend aus. Denke, der vor mir liegende Pfad dürfte hakeliger sein als der hinter mir liegende.
Ich laufe ein kurzes Stück hinunter bis zur nächsten Weggabelung und biege nach linksauf einen nicht ausgeschilderten Trail ein. Kurz geht es durch den Wald, dann erreiche ich den grasigen Rücken. Vor mir der markante Lechnerkopf, dahinter schon mein nächstes Ziel. Wildromantisch ist es hier, mein Herz tanzt Salsa. Ich laufe weiter, und ja, der Pfad ist verblockt und mit Wurzeln übersäht. Wenn juckts! Meine Wade jedenfalls nicht.
Vor mir ein paar Stufen steil hinauf, daneben die Tafel „Hochsalwand / Wendelstein“. Schon mal als Idee abspeichern, dann aber hierher von Brannenburg aus. Nach den Stufen folgt einer steiler Anstieg hinauf zum Gipfel mit kleineren Kletterpassagen. Seilversichert, da die Steine hier nordseitig nass sein können, so auch heute. Ausgesetzt aber ist es nirgends. Der Gipfelaufbau ist felsig, der Gipfel (1625m) selbst schon gut besucht. Am Kreuz schaue ich in alle Himmelsrichtungen, die Panoramen fantastisch. Vor allem drüben die Wendelsteinregion mit der Lacherspitz, Soinwand, Kaserwand und dem Wildalpjoch, wo ich vor 4 Jahren im dichten Nebel stand. Eine Tour, die ich empfehlen kann und die ich nochmal machen werde.
Erstmal aber mache ich Mittag, trinke mein Spezi, meinen speziellen Hafertrunk, aufgepeppt mit diesem und jenem, meinen Zaubertrunk ohne Misteln, dafür mit BCCA zur Proteinsynthese. Noch immer kein Mucks von meiner Wade, also weiter Richtung Wendelstein, zu dessen Füßen nordseitig die Reindler Alm (1430m) liegt. Von hier schon gut zu sehen, ca. 200hm tiefer. Das Navi zeigt, dass der Pfad kerzengerade dorthin führt. Anfangs schwierig zu laufen, dann aber flowig.
An der Reindler Alm unklare Wegführung. Weiter oben hieß es, Wanderparkplatz 2,5 Stunden, hier nur eine blaue Tafel „Bad Feilnbach“. Ich frage die Chefin der Alm. Ja, diesem Schild folgen, und nur ja nicht über meine Wiese laufen. Hab ich nicht gleich verstanden. Ein Mountainbiker grinste noch und sagte, aber nicht nach Birkenstein weiterlaufen, sonder vorher abbiegen. Weiter unten erfahre ich, dass es über die Wiese gelatscht eine Abkürzung gibt … aber dann hätte ich mir einen Teil des heute schönsten Abschnittes entgehen lassen.
Der kommt nach insgesamt 9,5km am Fuße des Wendelstein, wo man tatsächlich aufpassen muss, wenn man nicht nach Birkenstein will. An einer deutlichen Abzweigung nach rechts hängt ein kleines Schild am Baum mit der Aufschrift „Wirtsalm“. Da geht es hinunter in Richtung unterer und oberer Wanderparkplatz. Was heißt schon „geht hinunter“! Perfekt zum Hinunterballern mäandert der sanfte Singletrail den bewaldeten Hang hinunter; schon lange nicht mehr einen einen so fetzigen Pfad unter meinen Füßen gehabt. Statt Wade spüre ich die Oberschenkel; die laufen heiß und brennen.
Noch viele Kilometer hätte es so weitergehen können, aber nach insgesamt ca. 13km erreiche ich einen breiten Forstweg, der später an der Wirtsalm vorbei sogar geteert ist. Das tut der gesamten Runde aber keinen Abbruch, die war unerwartet genial. Spannend und abwechslungsreich.
Nach 16km und ca 1000hm erreiche ich den oberen Wanderparkplatz, der, wie auch der Straßenrand rappelvoll war. Um 13 Uhr sitze ich im Auto, eine Stunde später bin ich an meinem Baggersee. Ein herrlicher Kontrast. Und die Wade? Welche Wade?
Bis bald In the meantime: Greg Brown - Two Little Feet
Hier noch zwei Videos auf youtube: Wanderung auf die Hochsalwand und Hochsalwand - Rampoldplatte Reindler Alm GPS-Track
|
|
|